Menschen, die ökologisch bewusst wohnen finden sich heute oft in zwei polarisierten Gruppen:

Öko-High-Tech: Wer es sich leisten kann (oder bereit ist, sich auf Jahrzehnte zu verschulden), baut Öko- oder Passivhäuser auf dem neuesten Stand der Technik, die mit Zwangsbelüftung und Dreifach-Isoglas nicht nur überdurchschnittlich hohe Investitionen erfordern, sondern unvermeidlich auch einen ordentlichen Primärenergie-Fußabdruck in Umwelt und Atmosphäre durch die Herstellung der aufwendigen Materialien hinterlassen. *1

Minimalisten: Die andere Gruppe von Individualisten und Idealisten entsagt Technik, Komfort und finanziellem Hamsterrad radikal, und lebt mehr oder weniger am Rande der Gesellschaft in naturnahen, billigen Wohnformen, aus alten Nomadenkulturen wie Zirkuswagen, Jurten, Tipis. Das hat zwar seine romantischen Aspekte und ist real ressourcenschonend, aber Komfort und Hygiene sind eher rustikal und für die wenigsten Menschen eine praktikable, nachahmenswerte Option.

Die allergrößte Gruppe irgendwo dazwischen, viele mit zunehmend schlechtem Gewissen, tun letztlich in der Praxis kaum etwas für eine Transformation unserer Welt zu einer, die auch für unsere Enkel noch lebenswert sein kann – einfach, weil es keine lebbaren Alternativen zu geben scheint?

Dies zu erleben treibt meine Suche an. Einfachheit muss also neu gedacht werden – mit einem – ethisch und ökologisch weiterentwickelten – Verständnis von Technik statt deren kompletter Ablehnung. Mit Einbeziehung der vielen kreativen Entwicklungen aus der Alternativszene. Es sollte doch möglich sein, mit all dem heute zur Verfügung stehenden Wissen einen besseren Schnittpunkt zu finden für die allzu oft unvereinbaren Anforderungen des menschlichen Wunsches, ein Dach über dem Kopf zu haben! Die Herausforderung dabei ist, keine der als wichtig erkannten Eigenschaften zugunsten der anderen aufzugeben:



ökologisch
natürliche, regionale, möglichst vollständig recyclebare Baustoffe mit geringem CO2-Abdruck


solide & komfortabel
stabil, gut isoliert, gut heizbar, wind- und wetterfest, langfristig haltbar, einfach reparierbar


unkompliziert
Eigenleistung auf Wunsch möglich, keine Spezialwerkzeuge oder Spezialwissen erforderlich


ästhetisch
Schönheit und Geborgenheit im Wohnumfeld sind ein wichtiger Teil der Lebensqualität und wirken sich auf den sozialen Frieden aus. Niemand sollte in grauen Rastern wohnen müssen.


bezahlbar
durch kluge ökonomische Konzepte auch für (junge) Leute finanzierbar, bei denen Geld nicht unter den ersten Lebens-Prioritäten rangiert


flexibel
individuell gestaltbar, kombinierbar, zerlegbar, platzsparend transportierbar. Modulare Einzelelemente und Baukörper können durch modularen Leichtbau unkompliziert den praktischen, ästhetischen und sozialen Bedürfnissen der Bewohner angepasst werden.


sozial fair
regionale handwerkliche Herstellung zu angemessen bezahlten Tarifen, effizienter Online-Vertrieb


* Nach neuen Untersuchungen frisst der Rebound-Effekt den beabsichtigten ökologischen Effekt dieser Lebensweise oftmals wieder auf. Das durch geringere Heizkosten gesparte Geld wird z.B vermehrt in noch klimaschädlichere Fernreisen umgesetzt. Es sollte nachdenklich machen, daß ausgerechnet die wohlhabenden Grünen-Wähler den höchsten ökologischen Fußabdruck der Gesellschaft haben.


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