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Cyp/Peter Steinberg CC BY-SA 3.0
 

Warum ein Wohnkörper in Ikosaederform?



Das Dreieck ist die stabilste zweidimensionale Form. Der Ikosaeder besteht aus 20 gleichseitigen Dreiecken und ist einer der effizientesten denkbaren Baukörper. Man kann mit relativ wenigem, geradem Material möglichst viel Nutzraum auf sehr stabile Art umbauen. Das Oberfläche/Volumen-Verhältnis liegt am nächsten an dem der Kugel, dem energetischen Optimum eines Baukörpers. (Quader: 6, Ikosaeder 5,1, Kugel: 4,8).
Jeder Material – oder späterer Energieeinsatz zum Heizen wird also schon  konzeptionell wegen der Form effizienter genutzt als bei herkömmlichen Bauformen. Pro Kubikmeter Nutzraum werden weniger natürliche Ressourcen für die Wandkonstruktion verbraucht und jede verwendete Isolation effektiver genutzt. Gegenüber einem Kubus mit gleichem Volumen hat ein Ikosaeder 22,5% weniger Wandfläche.



Ein Baukörper aus Dreiecken ist ohne weitere Verstrebung statisch extrem stabil, das heißt, man kann mit weniger Material die gewünschte Stabilität erreichen. Die Form ist auch günstig, was den Windwiderstand angeht. Und es gibt für die Solarenergienutzung immer eine Fläche, die der Sonne zugewandt ist.


Naturfreundliches Wohndesign sollte für eine breite Akzeptanz auch von der äußeren Iko im Herbstgarten-224pxErscheinung attraktiv aussehen. Die Kristallform mit dem Baumaterial Holz hat ästhetisch einen Naturbezug, aber auch einen futuristischen Touch, der eine Versöhnung von technischer Intelligenz mit ökologischem Bewusstsein signalisieren kann.



Lauter gleiche Teile für Wand und Dach erlauben eine sehr effiziente und damit preisgünstige Herstellung. Plant man die Module von Größe und Gewicht in einem menschlichen Maß, können sie günstig in der Werkstatt mit den geeigneten Hilfsmitteln gefertigt werden, die Module werden dann erst auf dem Bauplatz zum Wohngebäude zusammengesetzt. Eine Eigenleistung der späteren Bewohner wird wegen der guten Handhabbarkeit ohne Spezialwerkzeuge praktikabel.



Das Modulprinzip erlaubt eine extrem flexible Gestaltung des Wohnkörpers und bietet zugleich eine eingebaute Reparaturfreundlichkeit. Anzahl und die Plazierung von Fenstern und anderen Elementen kann frei der Landschaft, dem Budget und den Wünschen der Bewohner angepasst werden.



Geplant und in Entwicklung ist ein Spektrum verschiedener Module zum Festpreis:
• Schall- und wärmeisolierte Wandmodule, auch mit fertig eingebauter Elektroinstallation oder Wandheizung
• leichte, isolierte Dachmodule inkl. Deckung, auch mit mit eingebauter Photovoltaik oder Solarthermie oder mit Dachbegrünung
• Fensterdreiecke, mit ganzflächigem Isoglas oder als Sprossenfenster

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-> Informationen zu den Modulen finden sich hier


Runde und kuppelförmige Bauten strahlen eine spezielle Geborgenheit aus und laden zu einem Zusammenkommen im Kreis ein – einem sozialen Urbedürfnis des Menschen, das heute oft zu kurz kommt.


Hintergrund der Idee
Der Ikosaeder ist mathematisch die Urform aller Domes – in jedem Dome entsprechen die Fünfecke den Ecken eines Ikosaeders, was man schön an einem prominenten Beispiel sehen kann: dem Fußball. Sechsecke füllen den Raum dazwischen aus, um die Kugelschale zu formen.
Über mein Domebau-Projekt 2009 kam ich erstmals mit den interessanten Eigenschaften dieser Form in Kontakt.
Domes sind schön, aber wegen der Rundung aller Teile und der Komplexität von Winkeln und unterschiedlichen Strebenlängen technisch nur sehr aufwendig als isoliertes, zuverlässig regendichtes Wohngebäude für unser Klima umzusetzen.

Dies führte mich zu der Überlegung, erst einmal die praktischen Probleme mit der „einfachsten Domeform“ genau zu untersuchen und technisch und ökonomisch zu lösen.


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